Mit neuen Liedern zu den Texten von Louise Labé, übersetzt von Rainer Maria Rilke
mit
Nikolaus Habjan, Manuela Linshalm, Oliver Nägele, Arthur Klemt, Mathilde Bundschuh, Kyrre Kvam
Inszenierung und Puppenbau Nikolaus Habjan
Bühne Jakob Brossmann und Denise Heschl
Kostüme Denise Heschl
Musik Kyrre Kvam
Licht Markus Schadel
Dramaturgie Thorben Meißner
Welches Geschlecht war zuerst untreu? Der Mann oder die Frau? Um diese Frage ein für allemal zu beantworten ist ein Prinz mit seiner Geliebten, Hermiane, angetreten, den Sündenfall experimentell nachzuvollziehen. In einem wissenschaftlichen Versuch soll dies nachempfunden werden, statt Adam und Eva heißen die neuen ersten Menschen nun Eglé oder Adine. Konstruiert scheint ihr Dasein in dieser Versuchsanordnung, konstruiert auch das Geschlecht, das befragt werden soll. Immer schwingt in diesem Versuch die Frage nach der Abhängigkeit zwischen dem Forschenden und seinem Objekt mit, den Beobachtern und den Beobachteten.
In Marivaux’ Versuchsaufbau, irgendwo zwischen Garten Eden und medizinischem Institut changierend, erkundet der Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan ein altes Thema mit neuen Puppen: Wie nur kann qua unwiderruflichem Beweis die Wahrheit über die menschliche Untreue aufgezeigt und das Verhältnis der Geschlechter befriedet werden? Die ersten Menschen werden inszeniert, der Sündenfall folgt einer klaren Aufführungsordnung und „Der Streit“ wird zum „Schauspiel ganz besonderer Art“. Vorhang auf im anatomischen Theater des Nikolaus Habjan.